Aden/Sanaa – [–>Im Jemen droht eine neue Eskalation: Die international anerkannte Regierung hat eine umfassende Militäroperation gegen die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz angekündigt. Gleichzeitig reklamierten die Huthi neue Angriffe auf Ziele in Saudi-Arabien für sich. Raschad al-Alimi (72), Mitglied des Präsidialen Führungsrats, erklärte nach Angaben des regierungsnahen Fernsehsenders Yemen TV, die geplanten Einsätze sollten sich auf alle aktiven Frontlinien im Land erstrecken. Ziel sei es, sämtliche von den Huthi kontrollierten Gebiete zurückzuerobern.
Nach neuen Luftangriffen: Huthi melden Schäden an Entbindungskrankenhaus
Al-Alimi sagte, er habe die Armee, Sicherheitsbehörden und sämtliche militärischen Verbände angewiesen, ihre Missionen aufzunehmen – und zwar „bis das Land aus dem Griff der Huthi-Miliz befreit ist“.
Rauch steigt nach einem Luftangriff in Sanaa auf
Der Regierungsvertreter warf den Huthi vor, auf Bemühungen um Deeskalation mit weiterer Aufrüstung zu antworten. Zugleich würden die Angriffe und Drohungen gegen Zivilisten, staatliche Einrichtungen, Nachbarländer und internationale Schifffahrtsrouten ausgeweitet.
Huthi melden Raketen- und Drohnenangriffe
Die Huthi-Miliz reagierte mit neuen Angriffen auf Saudi-Arabien. Ein Sprecher der Gruppe teilte auf Telegram mit, zwei Standorte des saudischen Ölkonzerns Aramco in Riad und im Gebiet von Churais seien mit Drohnen und ballistischen Raketen angegriffen worden. Eine unabhängige Bestätigung von Treffern durch Aramco liegt bislang nicht vor.
Die Huthi begründeten die Angriffe mit vorherigen saudischen Luftangriffen auf Sanaa sowie die Provinzen Saada, Tais und Amran. Das von Saudi-Arabien unterstützte Militär der jemenitischen Regierung bekannte sich zu den Angriffen auf die Hauptstadt in der Nacht zu Sonntag.
Kampf um die strategische Meerenge
Seit Wochen liefern sich die verfeindeten Lager im Jemen wieder schwere Gefechte. Die Huthi haben ihre Angriffe auf Ziele im benachbarten Saudi-Arabien zuletzt verstärkt. Für zusätzlichen Sprengstoff sorgt die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab am Roten Meer. Die Huthi wollen nach eigenen Angaben die Durchfahrt saudischer Öltanker verhindern und damit die Exporte des ölreichen Königreichs nach Asien erschweren.
Zuletzt hatten Angriffe der Huthi auf Ölanlagen und eine wichtige saudische Pipeline die Regierung in Riad zunehmend unter Druck gesetzt. Saudi-Arabien wiederum unterstützt die international anerkannte Regierung des Jemen und greift immer wieder Stellungen der Huthi an.